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9. Leipziger Tierärztekongress: Ein voller Erfolg für den Bund angestellter Tierärzte

9. Leipziger Tierärztekongress: Ein voller Erfolg für den Bund angestellter Tierärzte

Nach dem bpt-Kongress konnte der Bund angestellter Tierärzte (BaT) e. V. auch seinen zweiten Messeauftritt als vollen Erfolg werten. Bereits die Auftaktveranstaltung „Tiermedizinischer Nachwuchs: Lust, Frust, Perspektiven“ mit einem Redebeitrag (Der angestellte Tierarzt zwischen Motivation und Frustration) des ersten Vorsitzenden, Dr. Christian Wunderlich, und anschließender Podiumsdiskussion zeigte, in welchem Wandel sich die gesamte Tiermedizin im Moment befindet.  Ebenfalls zeigte sich, dass dieser Wandel noch einiges an Diskussionspotential bietet. Einig war man sich im Großen und Ganzen darüber, dass es Veränderung bedarf, um die teils noch immer vorherrschenden systematischen Brüche des Arbeitszeitgesetzes einzuschränken bzw. zu tilgen.

Dr. Carsten Vogt von der Tierarztpraxis Ottersberg stellte hierzu exemplarisch ein in seiner Praxis bereits umgesetztes Modell vor, das unter anderem eine Vier-Tage-Woche in der Pferdepraxis vorsieht, um die gesetzlich vorgeschriebene maximale Wochenarbeitszeit von 48 Stunden nicht zu überschreiten. Dagegen wurde in der Diskussion von einigen Professoren gefordert, die Bezahlung von Doktorandinnen und Doktoranden in dieser Diskussion außen vor zu lassen. Aus Sicht des BaT bedarf es jedoch auch hier einiger Nachbesserungen, da laut Kersebohm et al. 2017 53% der universitären Angestellten unter Mindestlohn arbeiten.  Hier erhalten junge angehende Tierärztinnen und Tierärzte und auch frische Absolventen bisher ein falsches Signal, wie Arbeitsverhältnisse in der Tiermedizin aussehen.

Nach diesem gelungenen Auftakt am Donnerstag war der Stand des BaT auf der VetExpo rege besucht. Die Mitglieder des BaT führten diverse Gespräche mit Interessierten, Neumitgliedern, aber auch mit ArbeitgeberInnen sowie dem BaT positiv gesinnten WissenschaftlerInnen und IndustrietierärztInnen. Insgesamt konnte der BaT den Bekanntheitsgrad des Vereins deutlich steigern – insbesondere durch die besonders gefragten Stoffbeutel mit dem „Ein Herz für Tierärzte“-Logo, die es am Glücksrad zu gewinnen gab. An nur zwei Tagen wurden 37 neue Mitglieder aufgenommen. An dieser Stelle seien alle Neumitglieder herzlich willkommen geheißen!

Für das noch junge Jahr 2018 freuen wir uns als noch junger Verein sehr über den gelungen Start. Weiterhin möchten wir hiermit alle angestellten Tierärztinnen und Tierärzte motivieren, sich ebenfalls aktiv im Wandel des Berufsstandes mit einzubringen.

Wir freuen uns auf ein Jahr 2018 mit vielen weiteren neuen Mitgliedern im Bund angestellter Tierärzte!

Wir sehen uns in Leipzig / BaT für Euch vor Ort

Wir sehen uns in Leipzig / BaT für Euch vor Ort

In einer Woche öffnet der größte tiermedizinische Kongress in Deutschland wieder seine Pforten und neben vielen Vorträgen, Gesprächen mit Kollegen und Neuigkeiten aus der Industrie gibt es erneut die Möglichkeit uns persönlich kennen zulernen, zu Hinterfragen was der BaT tut und vieles an unserem Stand zu gewinnen.

Auch am Programm nehmen wir am Donnerstag teil und hoffen auf rege Beteiligung:

Donnerstag, 9.30 bis 13 Uhr: Tiermedizinischer Nachwuchs: Lust, Frust, Perspektiven

Am Messestand (F38) erwartet unsere Mitglieder eine Überraschung und auch alle anderen Besucher haben die Möglichkeit an unserem Glücksrad viele interessante Preise zu gewinnen.

Weiterhin werden sowohl Freitag als auch Samstag unsere Partner tiermedrecht und VETAX – Betriebswirtschaft/Steuern/Recht für Fragen zu folgenden Zeiten zur Verfügung stehen:

Freitag 19.01.2018: VETAX 12 bis 13 Uhr, tiermedrecht 14 bis 15 Uhr

Samstag 20.01.2018: VETAX 10 bis 11 Uhr, tiermedrecht 11 bis 12 Uhr

Wir freuen uns auf regen Austausch, viele Besucher und viele Neumitglieder!

Neues wagen in 2018 und ebenfalls 2017 nicht vergessen – gemeinsam mehr bewegen…

Neues wagen in 2018 und ebenfalls 2017 nicht vergessen – gemeinsam mehr bewegen…

Das Jahresende naht, im Fernsehen laufen die Jahresrückblicke, wir machen uns Gedanken was unser 2017 ausgemacht hat und nehmen uns innerlich bereits – vielleicht nur ganz leise – einige Dinge vor, die wir bereits in 2017 verändern wollten, sie nun jedoch erst auf die „To Do Liste“ für 2018 schreiben…

Jahresrückblick 2017 aus Sicht des Bund angestellter Tierärzte: Impulse aus der Gründungsphase aufnehmen, der erste „Geburtstag“ (ja, es gibt uns immer noch), Entscheidungen für Messeauftritte fällen und die erste Messe als Aussteller bestreiten, diverse Artikel auf der Homepage, viele persönliche Treffen u.a. mit anderen Verbänden, unzählige kurze Nächte, in denen die Vereinsarbeit ehrenamtlich gemacht wurde und noch so viel mehr, was hier den Rahmen sprengt…

ALLERDINGS viel wichtiger als diese genannten Fakten ist für mich etwas ganz anderes: Ein riesengroßes DANKESCHÖN an alle Mitglieder, an die Unterstützer, an die in den Gremien aktiven Mitglieder, an die Mitglieder, die die Mitglieder verwalten, an die Mitglieder, die vor Ort im Einsatz waren und auch an die Vorstandskolleginnen! DANKE für euer ehrenamtliches Engagement ohne das wir nicht dort wären, wo wir heute sind! Ein Mitgliederwachstum von mehr als 180% in 2017 ist erwähnenswert und euer Verdienst!

Ein persönliches Ereignis möchte ich hier mit allen Lesern teilen: kurz vor Weihnachten kam jemand mir persönlich bekanntes in die Verlegenheit den Schlüsseldienst um Hilfe zu bitten, da ärgerlicherweise der Schlüssel in, die Person allerdings außerhalb der Wohnung war und die Tür dazwischen zu. Jegliche eigene Versuche die Tür zu öffnen blieben erfolgslos, sodass der Profi her musste. Dies ereignete sich in einer größeren Stadt, an einem Freitag um 16.30. Das Ergebnis: die Tür war offen, tatsächlich nach einer nicht ganz gewöhnlichen Türöffnung, da ein 2. Werkzeug genutzt werden musste und die Aktion somit, ohne Anfahrt, nicht zwei sondern doch 5 Minuten dauerte. Da der Arbeitstag ja bekanntlich um 16 Uhr offiziell vorbei ist – somit handelte es sich um einen Notdiensteinsatz – gingen noch vor Ort ca. 322€ per EC-Transfer auf das Konto des Schlüsseldienst-Experten über. Dies beinhaltete dann auch entsprechend den Satz für die Anfahrt und den Notdienstzuschlag.  Reine Zeit vor Ort ca. 15 Minuten.

Sicherlich, der Geldbetrag schmerzt vor Weihnachten, auch die Kürze in der solch ein Betrag fällig werden kann und gleichzeitig gab es zu dem Zeitpunkt keine andere Alternative. Zur Krönung des Ganzen, da der Schlüsseldienst-Experte selbst ein Tier besitzt und vor kurzem im Notdienst beim Tierarzt war, berichtete er von der vergleichsweise sehr günstigen Betreuung seines Tieres im Notdienst – er hatte hier deutlich höhere Gebühren erwartet und wäre auch bereit gewesen, diese zu bezahlen (es war ein Notfall und es gab keine Alternative)…

Liebe Kolleginnen und Kollegen, lasst uns in 2018 Neues wagen, uns vielleicht von Schlüsseldienst und Co inspirieren lassen, den tierärztlichen Berufsstand weiter konstruktiv noch besser und attraktiver machen und uns auch auf die für andere Branchen schon lange geltenden Gesetze beziehen – zur Sicherheit aller, der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber.

Weiterhin freue ich mich auf die weitere und neue Unterstützung der Mitglieder und der Neumitglieder sowie auf viele persönliche Gespräche z.B. in Leipzig im Januar 2018.

Bis dahin wünsche ich allen ein frohes, gesundes und mit Neuem gespicktes Jahr 2018!

Dr. Christian Wunderlich

Der BaT e.V. beim Weihnachtsabend (18.12.2017) an der VMF Leipzig

Am Montag nach dem 3. Advent fand in Leipzig wieder der alljährliche Veti-Weihnachtsabend an der Veterinärmedizinischen Fakultät statt.
Nach einer höchst amüsanten Weihnachtsvorlesung und einem zwar etwas unkonventionellen, dafür aber umso witzigeren veti-weihnachtlichen Krippenspiel mit Professoren und Mitarbeitern der Fakultät konnten bei Glühwein und Waffeln in der Mensa beim Weihnachtsmarkt allerlei selbstgemachte Geschenke erstanden werden und sich bei den ansässigen Organisationen und Vereinen über deren Arbeit und Ziele informieren.

Zum ersten Mal waren auch der Bund angestellter Tierärzte e.V. mit einem Stand dabei. Beim vorweihnachtlichen Glücksrad drehen konnten die Tiermedizinstudenten leckere und nützliche Gewinne mit nach Hause nehmen. Als Hauptpreis zu gewinnen gab eine Powerbank.

Der Erlös ging direkt an den Bunter Hund Leipzig e.V., der sich für die tierärztliche Grundversorgung der Tiere von Arbeits-/Wohnungssuchenden und anderen Bedürftigen im Raum Leipzig einsetzt.

Es war ein gemütlicher und amüsanter Abend mit vielen netten und interessierten Gesprächen und voller vorweihnachtlicher Stimmung. Wir wünschen allen Tiermedizinern und deren Familien ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen guten Start in ein erfolgreiches Jahr 2018.

Eure Leipziger BaT-Vertreter

(geschrieben von Benny Oehme und Luise Huhn)

Berufspolitik zum Nikolaus: Sind wir nicht alle ein bisschen Knecht (Ruprecht)? – bvvd meets BaT

Berufspolitik zum Nikolaus: Sind wir nicht alle ein bisschen Knecht (Ruprecht)? – bvvd meets BaT (Infoabend für Studenten zum Thema: Arbeitsbedingungen in der Tiermedizin und wie wir damit umgehen) am 06.12.2017 an der TiHo Hannover

Am Nikolaustag fanden sich einige Studenten im Alten Pylorus zusammen, um sich mit der Lage als Arbeitnehmer in der Tierarztpraxis zu beschäftigen. Mit den notwendigen Infos abgerundet wurde das Ganze von zwei Vertreterinnen des Bundes angestellter Tierärzte (Dr. Elisabeth Brandebusemeyer und Lilith Steingräber), der sich als reiner Arbeitnehmerverband im Jahr 2016 gegründet hat.

Bei Glühwein, Bier und Weihnachtsschokolade saß man in gemütlicher Runde zusammen, während zunächst Sandra Intemann vom bvvd ein kleines Vorwort in die Runde richtete: Warum eigentlich diese Veranstaltung? Diese Frage haben sich im Vorfeld offensichtlich viele Studierende gestellt, was die überschaubare Teilnehmerzahl erklären könnte.

Die Dringlichkeit des Themas wurde dann aber schnell klar: Die Dissertation von Johanna Kersebohm am Institut für Biometrie in Berlin lieferte dazu erschreckende Zahlen: 13 – 14 Euro Brutto-Stundenlohn bei der Tierärzteschaft und 50 Wochenarbeitsstunden im Schnitt. Da bleibt nicht viel übrig zum Leben und die Rentenkasse wird von solchen Löhnen auch nicht gefüllt. Darauf kamen direkt Reaktionen von den Studierenden ¨Wenn ich mir das so anschaue, sollte man mindestens einen Nebenverdienst auf dem Schlachthof nicht ganz ausschließen.¨ Das sei auch für viele niedergelassene Tierärzte ein Weg, den sicheren Lebensunterhalt zu bestreiten, bestätigten die Referenten.

¨Wenn man als fertige Tierärztin nebenher wieder kellnern muss – das ist echt bitter¨ solche hautnahen Infos aus dem Alltag der Berufsanfänger gab es für die Anwesenden zu hören. Anschließend stellten sich die Referenten den kritischen Fragen der Studierenden. Die Empfehlung des BaT für das Bruttoeinstiegsgehalt (3500 €/Monat) liegt rund 1000 Euro höher als die des bpt (2400 €/Monat) – da hakte direkt ein Student nach: ¨Wie soll das gehen?¨

Der BaT sensibilisierte daraufhin die Studenten dafür, dass sie auch als Anfänger genug erwirtschaften könnten, um einen solchen Betrag zu verdienen. Allein schon dadurch, dass erfahrenen Kollegen durch das Ausüben einfacher Tätigkeiten wie Impfen der Rücken freigehalten werden könne. ¨Schließlich arbeitet man als Team und auch diese Arbeit muss gemacht werden¨. Bei guter Einarbeitung seien dann auch die komplizierteren Tätigkeiten schnell von den jungen Angestellten zu übernehmen.

Die Gehaltsempfehlung für Berufseinsteiger des bpt steht dazu krass im Gegensatz: Sie ist daran gekoppelt, dass der Angestellte im ersten halben Jahr eine Liste von ¨Skills¨ erwerben soll. Quasi als müsste man nach dem Studium erst wieder bei null anfangen.  ¨Das wäre ja ein Armutszeugnis für unsere Hochschule, wenn man nach 11 Semestern und diversen abgelegten Prüfungen auf dem gleichen Stand wäre wie nach dem Abitur“, kam ein Einwurf aus dem Auditorium.

Für das praktische Jahr sollte man sich vorher einmal die Liste der ¨Day One Skills¨ des bpt durchlesen. Diese praktischen Fähigkeiten sollte man möglichst nach Abschluss des Studiums beherrschen, zum Beispiel allgemeine und spezielle Untersuchungsgänge oder verschiedene diagnostische Verfahren. Im PJ schon sollte man darauf achten, dass man die Möglichkeit bekommt, diese Dinge auch zu lernen. Das könnte den Berufseinstieg dann deutlich erleichtern und für selbstbewussteres Auftreten bei der ersten Bewerbung sorgen.

Auch auf einige Aspekte der Bewerbung kam die Runde zu sprechen. Vor der Bewerbung sollte klar sein, wie viel Gehalt man fordern kann. ¨Ihr sollt nicht unverschämt werden, aber es wird vom Arbeitgeber auch erwartet, dass ihr euch in solchen Fragen auskennt.¨ Ein Angestellter, der sich für BWL interessiert, kann für den Betrieb Tierarztpraxis schließlich nur wertvoller sein als jemand, der bei dem Begriff Ökonomie an Birkenstockträger denkt. Auch die Frage nach dem Umsatz der Praxis sollte man stellen. ¨Wenn die Praxis nicht genug abwirft, um euch anständig zu bezahlen, dann braucht ihr auch nicht auf ein faires Gehalt hoffen¨ wurde zu bedenken gegeben.

Sehr spannend war auch die Vorstellung der Arbeit des Vereins BaT. Das Ziel soll sein, zukünftig als Gewerkschaft aufzutreten. Dafür müssen aber vorerst Mitglieder akquiriert werden, da die Mitgliederzahl von derzeit gut 200 auf 2000 steigen muss, um als Gewerkschaft anerkannt zu werden. Es wurde betont, dass der BaT nicht als ¨Gegner¨ des langjährig bestehenden bpt zu verstehen ist. Für die angestellten Tierärzte habe sich aber in den letzten zehn Jahren nachweislich nicht viel getan in Sachen Arbeitsbedingungen, sodass die Gründung einer Gewerkschaft sinnvoll erschien. Die derzeitigen Entwicklungen zeigen auch, dass sich in dem Bereich dringend etwas tun muss: Junge Tierärzte wandern zum großen Teil kurz nach dem Berufseinstieg in die Industrie ab, nehmen ein neues Studium auf oder steigen gänzlich aus dem Arbeitsleben aus – zum Teil, weil eine Familie gegründet wurde und der Partner signifikant mehr verdient: zum Teil aus gesundheitlichen Gründen, zum Teil aus Resignation. Daher erscheint es sinnvoll, dass jeder Einzelne sich für seine Rechte und faire Bedingungen einsetzt, anstatt als unfair empfundene Arbeitsbedingungen auszusitzen und irgendwann hinzuschmeißen.

Mittlerweile sind angestellte Tierärzte Mangelware: Nutztierpraxen suchen händeringend Verstärkung, Pferde- und Kleintierkliniken müssen ihren Klinikstatus aufgeben, weil sie nicht genügend Personal für Nachtdienste stellen können.

Diese Situation ist der beste Ausgangspunkt für eine Trendwende der Arbeitsbedingungen. Dafür braucht es aber ein anderes (Selbst-)Bewusstsein besonders der jungen Generation. Darum ist eine solche, kritische Veranstaltung, die dazu führt, dass Studenten sich bewusstmachen, dass sie nicht machtlos sind und eine Veränderung möglich ist, so wichtig.  Es bleibt zu hoffen, dass die Studentenschaft bereit ist, sich damit auseinander zu setzen, damit die Basis für die Trendwende in Zukunft geschaffen werden kann und diese positiven Entwicklungen nicht wirkungslos an uns vorbeigehen.

Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Infoveranstaltungen von bvvd und BaT für Studenten an der TiHo Hannover!