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Bund angestellter Tierärzte (BaT) e.V. bewegt in den vergangenen 10 Monaten nicht nur die angestellten Tierärzte

Seit langer Zeit schwelt ein Thema in der Tierärzteschaft: Eine Interessensvertretung für angestellte Tierärzte ist dringend notwendig! Zuletzt zeigte das nicht nur der Artikel „Ohne Assis kein Klinikbetrieb mehr möglich“ (VETimpulse, 26. Jg., Ausg. 2, S. 3), sondern insbesondere die aktuelle Veröffentlichung der Tierärztin Johanna Kersebohm „Lange Arbeitszeiten, geringes Einkommen und Unzufriedenheit: Gegenüberstellung der Situation praktizierender Tiermediziner mit vergleichbaren Berufsgruppen der deutschen Bevölkerung“ (DOI-Nummer: 10.2376/0005-9366-16093).

Junge, arbeitssuchende Tierärzte werden von Arbeitgebern oft als arbeitsscheue, nicht zu Überstunden oder Notdienst bereite Arbeitnehmer beschrieben. Dieses Problem spiegelt jedoch eher ein Symptom der derzeitigen Situation der Branche wider. Junge Tierärzte wären durchaus bereit Not- und Nachtdienste zu leisten, sobald das ArbZG eingehalten und es einen angemessenen Ausgleich für Überstunden gäbe. Die seit fünf Jahren unveränderte Anfangsgehaltsempfehlung des bpt liegt bei 2.200 € im ersten bzw. 2.600,- € brutto/Monat im zweiten Halbjahr. Akademiker mit einem sehr anspruchsvollen, vielschichtigen, arbeitsintensiven und zudem teuren Studium fühlen sich bei solchen Empfehlungen und Aussagen verständlicherweise vor den Kopf gestoßen und nicht wertgeschätzt. Weiterhin basiert die bpt-Empfehlung nur auf einer 40-Stunden-Woche (13,75 €/Std im 1. HJ, 16,25 €/Std im 2. HJ). Schon Studenten lernen leider, dass die Realität meist anders aussieht: Die bpt-Gehaltsempfehlung wird zwar teilweise eingehalten, jedoch bei den gesetzlichen Regelungen zuwiderlaufenden Wochenarbeitszeiten von über 40 Stunden. Die Arbeitssuche entwickelt sich vor allem für motivierte Berufsanfänger zu einem Spagat zwischen den eigenen Erwartungen, dem Druck von umgebenden Berufsfremden (Partner, Familie etc.), einer akzeptablen work-life-balance sowie Existenz- und Versagensängsten. Oft weicht der anfängliche Enthusiasmus nach 11 Semestern endlich den ersehnten Traumberuf ausüben zu dürfen schnell der harten Realität des Praxisalltags.

Mehr als überfällig war also die Gründung des Bund angestellter Tierärzte e.V. (BaT) am 29.06.2016. Seitdem hat sich Einiges getan: Bereits vorab berichtete VETimpulse (25. Jg, Ausg. 4, S. 3) in einem Interview mit den Gründern über die Beweggründe der beabsichtigten Vereinsgründung. Diese finden sich als Kernziele in der Satzung des BaT e.V. wieder. Der Verein sieht sich als alleinige Interessensvertretung der angestellten Tierärzte, arbeitet an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen für angestellte Tierärzte, klärt Studenten, Angestellte und auch Arbeitgeber über ihre Rechte und Pflichten auf, betreibt Öffentlichkeitsarbeit zur Aufwertung des tierärztlichen Berufsstandes im Allgemeinen und steht für kollegiales Verhalten. Aktuell mehr als 125 Mitglieder arbeiten ehrenamtlich an verschiedenen Themen, um die oben genannten Ziele zu verwirklichen und den angestellten Tierärzten eine deutliche Stimme zu geben. Zu den aktuellen Entwicklungen zählen unter anderem Gespräche mit einigen interessierten Arbeitgebern, dem bpt-Präsidium und Vertretern des Marburger Bundes.

Der Bund angestellter Tierärzte konnte in den vergangenen Monaten bereits Verträge mit Partnern abschließen. Zu den Partnern des BaT e.V. gehören z.B. eine renommierte Anwaltskanzlei für Tierärzte, Finanz- und Versicherungsdienstleister, ein Businesscoach sowie eine Steuerberatungsgesellschaft. So können exklusive und einzigartige Vorteile für BaT-Mitglieder zur Verfügung gestellt werden (z.B. günstigere Konditionen für eine Arbeitsvertragsüberprüfung, kostenlose juristische Erstberatung, Steuererklärung zu Sonderkonditionen …). Nach neun Monaten des offiziellen Bestehens können sich die ersten Ergebnisse sehen lassen – hierbei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass alle engagierten Mitglieder voll berufstätig sind. Aktuell werden intensiv Standards für Arbeitgeber erarbeitet, mit denen sich Arbeitgeber positiv von der Masse anderer Praxen und Kliniken abheben können.

Um die Gesamtheit der Interessen der angestellten Tierärzte vertreten zu können, bedarf es unbedingt der Mitarbeit angestellter Tierärzte. Durch eine Mitgliedschaft im BaT e.V. wird es möglich neu definierte, gesetzeskonforme Standards für die Arbeit im tierärztlichen Berufsfeld zu schaffen und so die Arbeitssituation langfristig für Arbeitnehmer und – geber zu verbessern. Der BaT e.V. stellt als reine Vertretung der angestellten Tierärzte die Weichen für einen Tarifvertrag mit einem zurzeit noch fehlenden Arbeitgeberverband! Interessierte finden weitere Informationen über den BaT e.V. hier!

Stark machen im Studium – gestärkt in den Traumberuf!


Stark machen im Studium – gestärkt in den Traumberuf!

Die Mitglieder des Gremiums Öffentlichkeitsarbeit vom Bund angestellter Tierärzte e.V. informierten am 03.05.2017 an der Veterinärmedizinischen Fakultät in Leipzig die Studierenden über die aktuelle berufspolitische Situation der Tierärzte.

Die heutigen Tiermedizinstudenten sind die Tierärzte von morgen und zeitnah konfrontiert mit vielen Herausforderungen beim Berufseinstieg. Für einige Tierarztlaufbahnen wird der Grundstein bereits im großen Pflichtpraktikum im 9. Und 10. Fachsemester gelegt. Umso wichtiger ist es, dass die angehenden Kolleginnen und Kollegen bereits in ihren Praktika ein Augenmerk auf Betriebsabläufe, Mitarbeiterzufriedenheit und auch Vergütung in den Arbeitsstätten legen. Hier kann bereits ein ungezwungener Dialog mit den Arbeitgebern gesucht werden, ohne dass es direkt um einen selbst geht. Anders als beim ersten Bewerbungsgespräch, bei dem der Bewerber für seine eigenen Konditionen kämpfen muss  immer mit dem Hintergedanken „Wie kommen meine Nachfragen, Änderungswünsche oder Forderungen beim Arbeitsgeber an und hat dies Konsequenzen auf eine Zu- oder Absage für den zukünftigen Job?“

Bei der Informationsveranstaltung zeigte der BaT aktuelle Themen auf, mit dem sich der im Juni 2016 neu gegründete Verein beschäftigt: Gesetzesverstöße, fehlende Gesprächsbasis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, schlechte Work-Life-Balance bei meist miserabler Bezahlung, fehlende berufspolitische Vertretung für angestellte Tierärzte und der oft nicht erreichte gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn v.a. bei angestellten Berufseinsteigern, Mitarbeitern in Universitätskliniken und Pferdepraxen. Als berufspolitische Vertretung aller angestellten Tierärzte setzt sich der BaT zum Ziel, für seine Mitglieder verbesserte Rahmenbedingungen und einen Tarifvertrag zu schaffen.

Während des Vortrages war das Interesse für den BaT bei den Studierenden sofort geweckt. Nach Erläuterung der Leistungen für BaT-Mitglieder, wie z.B. die kostenlose Erstberatung durch eine renommierte Rechtsanwaltskanzlei und Sonderkonditionen bei der rechtlichen Prüfung des Arbeitsvertrages sowie die kostenlose Beratung bei Fragen zum Steuerrecht, die Möglichkeit eines Coachings für zukünftige Bewerbungsgespräche und zur Berufsorientierung nach dem Staatsexamen, gab es beim Get-together einen regen Kontakt- und Erfahrungsaustausch zwischen Studierenden und Tierärzten.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen spannenden Vortrag zum Thema „Recht im Praktikum“ von TVD-Referentin Ria Zitzmann.

Eine Fortsetzung der Veranstaltung in neuen Semestern ist sehr gewünscht und geplant!

Mitgliederbericht von den Baden-Badener Fortbildungstagen

Kann der lokale Einsatz von Antibiotika kausal effizient sein? Was sind die wichtigsten Schritte bei der Versorgung offener Wunden? Welche diagnostischen Möglichkeiten bieten sich mittlerweile bei Allergien? Und unterschätzen wir immer noch die kognitiven Fähigkeiten unserer Hunde?

Die Baden-Badener Fortbildungstage fanden dieses Jahr im Februar in der Kongresshalle der idyllischen Kur-und Bäderstadt statt. Von spannenden Vorträgen über Verhaltensmedizin, Rückenbeschwerden, Kardiologie beim Hund und neue Trends in der Ernährung von Hunden bis zum Berufseinsteiger Seminar war für jeden etwas Spannendes dabei. Auch die Heimtierpraktiker kamen auf Ihre Kosten – Durchfall, Endokrinopathien, Vergiftung und Kastration waren Themen der konkret-Vorträge.

Es wurden viele interessante Einblicke in verschiedene Themen geboten, dabei stand bei den Vorträgen der Bezug zur Praxis im Vordergrund.

Aber auch die Industrieausstellung hatte einiges zu bieten – bei Livevorführungen der neuesten Technik der Ultraschallgeräte bis hin zu unterhaltsamen Quiz Spielen kam jeder auf seine Kosten. Auch das neue Internetportal vets-online.de hatte seinen eigenen Stand, und die Stände der Firma Zoetis und Hill´s waren sehr gut besucht. Zum krönenden Abschluss wurde erstmals der „Deutsche Preis für Tiermedizin“ in fünf Kategorien vergeben, darunter bester Praxisauftritt, bester Messeauftritt und beste Kampagne. Die Preisträger waren:

  • „Beste Kampagne“ (Elanco Deutschland GmbH)

  • „Bester Unternehmensservice“ (Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH)

  • „Bester Praxisauftritt“ (Tierarztpraxis Dr. Eva Röhrig, Weinstadt)

  • „Bester Messeauftritt“ (Hill` s Pet Nutrition, Inc.)

  • „Bestes Praxisteam“ (Tierärztliche Praxis am Klinkerberg, Augsburg)

Weiterhin wurden folgende Sonderpreise verliehen:

Sonderpreis für die positive Darstellung des Berufsbildes Tierarzt in der Öffentlichkeit (TV-Sender VOX für das Format „hautnah: Die Tierklinik“). Sonderpreis für die positive Darstellung des Berufsbildes Tierarzt in der Öffentlichkeit (TV-Sender VOX für das Format „hautnah: Die Tierklinik“).

Besondere Erwähnung soll hier noch der VETtalk finden, bei dem der BaT aktiv in Form der Mitglieds Dr. Elisabteh Brandesbusemeyer einbrachte und wo im Konsens die Punkte, die der BaT vertritt ebenfalls Erwähnung fanden. Mehr dazu findet sich im aktuellen deutschen Tierärzteblatt (Ausgabe April 2017).

Gemeinsames Frühstück mit dem Präsidium des bpt

Vorstand des BaT e.V. trifft sich mit dem Präsidium des bpt – ‚Wir müssen aufhören immer nur zu meckern. Wir müssen die positiven Beispiele herausstellen!‘

Wie bereits angekündigt, konnten wir auf dem bpt Kongress in Bielefeld noch weitere interessante Gespräche führen. Darunter waren Treffen mit einigen unserer bereits bestehenden Kooperationspartner: Frau Laacks und Herr Althaus von der Rechtsanwaltskanzlei mönigundpartner sowie Frau Kayser-Passmann von der Steuerberatungsgesellschaft VETAX (wir werden in Kürze mehr berichten). Darüber hinaus konnten wir auch sehr produktive Gespräche mit potentiellen zukünftigen Partnern des BaT e.V. führen.

Der Präsident des bpt, Dr. Siegfried Moder, hatte uns zudem zu einem ersten Kennenlernen mit dem Präsidium des bpt eingeladen. Nach einer Vorstellungsrunde am großen runden Tisch ging das Gespräch schnell in eine rege Diskussion über die aktuellen Berufsbedingungen über, die derzeit die Tierärzteschaft im Bezug auf die verschiedenen Arbeits(zeit)modelle betrifft. Wir vom Vorstand des BaT e.V. haben noch einmal klar hervorgehoben, dass die Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz und das Lohndumping ein Ende haben müssen. Die Vertreter des bpt stimmten dem zwar generell zu, aber einige der anwesenden Arbeitgeber stellten diesem Punkt gegenüber, dass sie selbst, obwohl sie schon vielfältige Verbesserungen an Arbeitszeiten und Gehältern vorgenommen hätten, zum Teil erheblich mit der Motivation der angestellten Tierärzte zu kämpfen hätten. Andere wiederum hatten im Gegensatz dazu langjährige, gute Erfahrungen mit ihren Mitarbeitern.
Vergleichbare Erfahrungen konnten auch wir aus der Sicht der angestellten Tierärzte berichten.

Es gibt eben genauso Arbeitnehmer, die immer wieder auf die gleichen schlechten Arbeitsbedingungen treffen als auch entsprechende Arbeitgeber, die unter den angestellten Tierärzten ‚ihren Ruf weg haben‘. Es gibt jedoch auch die positiven Erfahrungen, die zeigen, dass ein gutes Miteinander in einer Praxis bzw. Klinik möglich ist.
Insgesamt zeigte diese Diskussion, dass wir nicht nur über Arbeitszeiten und Gehälter sprechen müssen, sondern auch über Themen wie z.B. gute Mitarbeiterführung und die Motivation und das Engagement von Seiten  der angestellten Tierärzte.
Wieder einmal wurde von allen Seiten festgestellt, dass die Probleme nicht erst in der Praxis beginnen, sondern meist schon viel früher. Verlassen gut und vor allem den aktuellen Bedürfnissen entsprechend ausgebildete und motivierte Tierärzte die Universitäten mit dem Wissen, was ihre akademische Ausbildung wert ist, dann ist das ein Gewinn für die gesamte Tierärzteschaft.

Dass die aktuelle Situation, gerade an den Universitäten komplett anders aussieht, konnte der BaT e.V. aus vielen Erfahrungsberichten seiner Mitglieder noch einmal anschaulich darstellen. Auch hier war man sich einig, dass dazu Kräfte gebündelt werden müssen, um entsprechende Strukturen, die seit Jahrzehnten bestehen und sich eingefahren haben, verändern zu können.
Der BaT e.V. konnte außerdem einen Punkt noch einmal ganz klar hervorheben: Alle Beteiligten wissen und sind sich überwiegend auch einig, dass die derzeitige Situation für Arbeitnehmer (und auch für die Arbeitgeber) als hochgradig unzufrieden stellend zu bezeichnen ist. Es muss aufgehört werden sich immer nur zu beschweren – es muss etwas getan werden! Wir müssen endlich die Positivbeispiele aufzeigen. Es gibt Praxen, in denen es funktioniert. Es gibt Praxen, die adäquat abrechnen, die selbst gut verdienen und die ihre Angestellten angemessen bezahlen. Es gibt die Praxen, die die Arbeitszeiten den aktuellen Gesetzen angepasst haben. Im Zweifelsfall auch, indem sie die permanente 24h-Erreichbarkeit abgeschafft oder ein gutes Schichtsystem eingeführt haben. Und die meisten haben damit positive Erfahrungen gemacht.

Am Ende trennte man sich mit einem positiven ersten Eindruck und dem Ziel sich möglichst bald in ähnlicher Runde wieder zu treffen, um schon bald erste Lösungen anbieten zu können.

Wir als BaT e.V. wollen genau diese Praxen hervorheben, um es angestellten Tierärzten zu erleichtern, diese Arbeitgeber aus dem Schwarm der Praxen und Kliniken herauszustellen. So können wir auch anderen Arbeitgebern Mut machen, dass es sich für sie ebenfalls lohnt, ihre Strukturen zum Wohle beider Seiten anzupassen, um motivierte Angestellte zu finden!

Und nun seid Ihr gefragt! Wir suchen die positiven Beispiele!
Ihr habt ein gutes Verhältnis zu euren Arbeitgebern? Ihr habt vielleicht gemeinsam ein neues Arbeitszeitmodell erarbeitet, mit dem jetzt alle zufriedener sind? Ihr habt mehr Urlaubstage gefordert, mehr Fortbildungen, oder regelmäßige Mitarbeitergespräche? Berichtet uns über eure Erfahrungen, gerne auch per PN oder unter info@bundangestelltertieraerzte.de!

Wir suchen aber auch Sie, die Praxis- und Klinikinhaber!
Sie haben sich getraut, etwas zu verändern? Sie haben Ihre Gebühren erhöht, Ihre Sprechzeiten gekürzt, Sie sind nicht mehr 24h erreichbar? Dafür haben Sie jetzt mehr Lebensqualität und trotzdem noch ein gutes Einkommen? Berichten auch Sie uns über Ihre Erfahrungen! Gerne auch per PN oder unter info@bundangestelltertieraerzte.de!

 

(c) Rathke / bpt

Ist ein Tarifvertrag gar nicht mehr so weit entfernt?

Am Wochenende vom 03. auf den 04. März waren wir, der Vorstand des BaT e.V., für Euch auf dem bpt-Kongress in Bielefeld unterwegs.

Unter anderem fand dort ein erstes Treffen mit verschiedenen Arbeitgebern statt. In einem lockeren Rahmen haben wir uns mit Praxisinhabern, Vertretern von TVD Consult, des bvvd und ‚Wir-sind-Tierarzt‘ ausgetauscht.

Die hauptsächliche Motivation der Arbeitgeberseite an diesem Treffen teilzunehmen, ist die wirklich problematische Lage vieler Praxen und Kliniken Mitarbeiter langfristig zu halten bzw. Mitarbeiter zu finden. Darüber hinaus bestand auch eine gewisse Neugier, wer der BaT e.V. denn eigentlich ist und was unsere Anliegen und Ziele sind.
Entsprechend wurde auch schon ganz konkret die Frage an uns herangetragen, welche Vorschläge der BaT e.V. z.B. bezüglich Arbeitszeitmodellen und der Vergütung angestellter Tierärzte hat.
Es folgte eine sehr konstruktive Diskussion, bei der festgestellt werden konnte, dass man sich über die Ursachen für die derzeitige Situation weitestgehend einig ist. Dabei kamen Themen wie das Zulassungsverfahren zum Tiermedizinstudium, Sinnhaftigkeit bestimmter Studieninhalte und die dadurch schwindende Motivation vieler Studenten während des Studiums zur Sprache. Weitere Punkte waren die Ersttagskompetenzen und vor allem die entscheidenden ersten Berufsjahre der jungen Kollegen/-innen. Alle Teilnehmer waren sich zudem einig, dass besonders die Problembereiche vor dem ersten Arbeitstag nur gemeinsam mit allen Institutionen verbessert werden können und auch müssen.

Für die Zeit danach hat der BaT e.V. herausgestellt, dass die Vergütungsvorschläge, die es derzeit z.B. vom bpt gibt, für Akademiker nicht akzeptabel sind. Ein Praxis-/Klinikinhaber hat die Verpflichtung vor der Einstellung eines (weiteren) Mitarbeiters zu prüfen, ob das Patientenaufkommen diesen Arbeitsplatz überhaupt ermöglicht. Darüber hinaus muss die Liquidierung gegenüber den Patientenbesitzern konform mit der GOT erfolgen. Ein Preisdumping, welches auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen wird, muss in der Tiermedizin ein Ende haben.
Ähnlich verhält es sich bei den Arbeitszeitmodellen, vor allem wenn es um das Thema Notdienste geht. Die leider immer noch viel zu häufigen Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz müssen aufhören.

Dabei konnten wir den Arbeitgebern aufzeigen, dass es über einen Tarifvertrag möglich ist, Arbeitszeiten, Bereitschaftsdienste und Rufbereitschaft – auch im Interesse  der Arbeitgeber – klarer und in Einklang mit dem geltenden Recht zu regeln. Außerdem waren sich alle über Eines einig: Eine klare und ehrliche Kommunikation beider Seiten ist die Grundlage für ein gutes Arbeitsverhältnis. Dabei kam der Vorschlag des BaT e.V. Standards zu entwickeln, die Grundlagen der Zusammenarbeit und Akademikern angemessene Arbeitsbedingungen definieren, sehr gut an. Hierbei hätten Arbeitgeber, die diesen Standards zustimmen auf dem Arbeitsmarkt den deutlichen Vorteil, dass grundlegende Punkte eines Arbeitsvertrages vorab schon geklärt wären. Und ein Bewerber wüsste ebenfalls, dass grundlegende Aspekte vom Arbeitgeber eingehalten werden.

TVD Consult erklärte daraufhin sogar, dass man sich vorstellen könnte, einen Verein von Arbeitgebern zu gründen, die eben diesen Standards zustimmen. Käme es zu einem solchen Zusammenschluss der Arbeitgeber, wäre es folglich möglich einen Tarifvertrag zwischen angestellten Tierärzten und Arbeitgebern auszuhandeln und dann auch abzuschließen.
Zum Ende trennte man sich mit der Vereinbarung, dass der BaT e.V. seinen ersten Entwurf für verbindliche Standards einigen Arbeitgebern zur Diskussion zur Verfügung stellen wird und dass man weiter in einem konstruktiven Gespräch bleiben möchte.

In Kürze werden wir hier berichten, mit wem wir uns beim bpt Kongress in Bielefeld noch ausgetauscht haben.