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Neue Kooperation – bvvd und BaT arbeiten zukünftig enger zusammen

Neue Kooperation – bvvd und BaT arbeiten zukünftig enger zusammen

Der Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden Deutschland e.V. (bvvd) und der Bund angestellter Tierärzte e.V. (BaT) werden in Zukunft ihre Zusammenarbeit verstärken.

Nach ersten gemeinsamen Aktionen, u.a. der Durchführung eines gemeinsamen Webinars mit Herrn RA Althaus, werden die beiden Vereine sich enger austauschen, gemeinsame Veranstaltungen durchführen und so für die jeweiligen Mitglieder noch mehr Vorteile bieten.

Nur wenn auch bereits die heranwachsende Generation der Tierärzte sich frühzeitig mit den berufspolitischen Themen auseinandersetzt und mitgestaltet kann sich langfristig etwas ändern.

Gemeinsam mehr erreichen!

 

Wichtige Info für alle Industrietierärzte

„Wichtige Info für alle „Industrietierärzte“: Aktuelles Urteil zur Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung“

Nahezu alle in der Industrie beschäftigten Tierärzte sind aufgrund der Satzung Pflichtmitglied im jeweils zuständigen Versorgungswerk, als auch aufgrund gesetzlicher Regelungen in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert.  Viele von ihnen haben die Möglichkeit genutzt, einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung zu stellen. Diese Anträge wurde und werden durch die Deutsche Rentenversicherung Bund nahezu ausnahmslos negativ beschieden, also abgelehnt.

Dies wird seitens der Rentenversicherung damit begründet, dass es sich bei der Tätigkeit für ein Industrieunternehmen / Pharmaunternehmen nicht um eine „berufsspezifische Tätigkeit“ handele. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liege meist im Vertrieb der Produkte und der fachlichen Beratung im Außendienst und somit nicht auf veterinärmedizinischen Gebiet.

Die Rentenversicherung orientiert sich bei der Definition einer „berufsspezifischen Tätigkeit“ ausschließlich an der engen Sichtweise der Bundes-Tierärzteordnung, wonach der Tierarzt berufen sei, Leiden und Krankheiten zu verhüten, zu heilen und zu lindern (verkürzt dargestellt).

Es liegen bereits mehrere gerichtliche Entscheidungen vor, die dieser engen Sichtweise entgegentreten. So auch das ganz aktuelle Urteil des Sozialgerichts Köln vom 25.08.2017 (AZ: S 33 R 1759/16). Das Gericht gab der Klage der Tierärztin statt und hob den ablehnenden Bescheid der Deutschen Rentenversicherung auf. Zur Begründung führte das Gericht aus, dass auch die von der Tierärztin in der pharmazeutischen Industrie verrichtete Tätigkeit einer tiermedizinischen Berufsausübung entspreche. Auch für die veterinärmedizinische Beratung von Tierärzten in Praxen oder Kliniken vor Ort sowie für die qualifizierte Präsentation und den Verkauf der Produkte sei umfassendes veterinärmedizinisches Fachwissen erforderlich. Dies insbesondere in Anbetracht von Nebenwirkungen und Wechselwirkungen der verschiedenen Medikamente.

Die Klägerin übe somit nach Auffassung des Sozialgerichts eine „berufsspezifische Tätigkeit“ aus, so dass die Voraussetzungen eines Anspruchs auf Befreiung von der Versicherungspflicht vorliegen. Das Gericht bestätigt damit die Entscheidung des LSG Baden-Württemberg vom 09.11.2016.

Die Deutsche Rentenversicherung wird das Urteil in jedem Falle anfechten, da eine höchstrichterliche Entscheidung des Bundessozialgericht zu dieser Thematik noch aussteht.

Es kann daher nur jeder/jedem  betroffenen Tierärztin / Tierarzt empfohlen werden, fristgerecht Rechtsmittel gegen ablehnende Bescheide der Deutschen Rentenversicherung einzulegen.

 

Copyright: Jürgen Althaus – tiermedrecht

Herzlichen Dank an unsere Partnerkanzlei tiermedrecht für die Erstellung des Textes!

Herzlichen Glückwunsch Bund angestellter Tierärzte!

Herzlichen Glückwunsch Bund angestellter Tierärzte!

Wozu? Zum 150. Mitglied des BaT’s kurz nach dem 1. Geburtstag! Dieses Mitglied kann sich zudem auch über eine kostenlose Mitgliedschaft im Eintrittsjahr freuen!

Natürlich ist dies nur ein kleiner Meilenstein.  Neben der teils im Kleinen wie auch im Großen geäußerten Kritik von vielen Tierärzten an verschiedenen Dingen des Berufes, würden wir uns als Vorstand freuen, diese Punkte mit Euch als Mitglieder zu diskutieren.

Traut euch, tretet ein, diskutiert und verändert den Berufsstand positiv.

Kurzum, gestaltet die Zukunft unseres Berufsstandes mit!

Helft uns,  zusammen das „so war es schon immer“ zu verändern und zu verbessern.

Wir freuen uns auf Euch. Und natürlich auch herzlichen Glückwunsch an unser Mitglied 150 sowie an alle anderen 154 Mitglieder und danke für eure Unterstützung und euer Vertrauen in den Bund angestellter Tierärzte!

Neues aus München: Ist in Zukunft der tierärztliche Notdienst noch finanzierbar?

Ist in Zukunft der tierärztliche Notdienst noch finanzierbar?

Unter diesem Titel fand vergangene Woche eine Veranstaltung statt, die eine unserer Mitglieder besuchte und hier kurz den Inhalt zusammenfasst:

Am Mittwoch den 19.07.2017 lud die Münchner Tierärztliche Gesellschaft wieder zu einem Vortrag ein, dieses Mal mit Dr. med. vet. Anne Becher als Vortragende und einem Thema, das es in sich hat:

Dr. Becher ging der Frage nach, ob der tierärztliche Notdienst in Zukunft noch finanzierbar ist und zeigte dabei Möglichkeiten, Grenzen und vor allem auch bevorstehende Hürden auf. Haben wir in ein paar Jahren einen echten Notstand bezüglich der Notdienstabdeckung in Deutschland? Wenn man sich die Zahlen anschaut, die Dr. Becher unter anderem durch die Umfrage von Johanna Kersebohm vorstellen konnte, wird einem durchaus bewusst, was auf die Tierärzteschaft in den nächsten Jahren zukommt.  14 % der Tierärzte sind jetzt schon über 60 und fallen in den nächsten 5 Jahren größtenteils weg. Immer mehr Kliniken geben ihren Status momentan zurück, damit sie keinen 24h Notdienst mehr anbieten müssen. Neu gegründete Praxen gehen vor allem den Weg der Spezialisierung und bieten ihre Dienste in einer Terminsprechstunde ohne Notdienst an. Zu all dem kommt, dass die Zukunft der Tierärzteschaft durch die berüchtigte „Generation Y“ gebildet wird, also Tierärzte, die nach 1980 geboren wurden – eine Generation, die nicht lebt um zu arbeiten, sondern arbeitet um zu leben. Diese prallt auf Chefs der Babyboom-Generation, die nach Ausführungen von Dr. Becher  rund um die Uhr arbeitet, eigene Interessen hinten anstellt und aus Pflichtgefühl gegenüber den Kunden sowie Ermangelung eines Nachfolgers teilweise ihre Praxen bis zum körperlichen Ende weiterführen. Zum anderen zeichnet sich die „Generation Y“ dadurch aus, dass die Familie immer wichtiger wird und deshalb vor allem Stellen in bzw. im Umland von Städten angenommen werden. Darüber hinaus sind diese jungen Menschen durch einen ausgeprägten Pragmatismus geprägt, das heißt Stellen, die nicht den Ansprüchen oder eigenen Lebenszielen entsprechen, werden nicht angenommen und bei Bedarf wird auf branchenfremde Stellen ausgewichen. Das mag so mancher dieser Generation vorwerfen, allerdings sind das alles Dinge, die in vielen anderen Brachen als Standard gelten. Wieso also nicht auch bei uns Tierärzten?

In der Umfrage von Johanna Kersebohm zeigt sich, dass momentan sowohl die niedergelassenen Tierärzte als auch die angestellten Tierärzte mit ihrem Verdienst weit unter ihren humanmedizinischen Kollegen liegen. Selbst bei allen befragten niedergelassenen Tierärztinnen arbeiten 10% für weniger als den Mindestlohn pro Stunde, bei angestellten Tierärzten sind sie Zahlen noch höher. Vor allem in der Pferdefahrpraxis ist das Ergebnis besonders erschreckend, dort ergeben sich diese niedrigen Stundenlöhne durch sehr lange Arbeitszeiten.  Aber nicht nur die niedrigen Löhne sind Ursache für die Unzufriedenheit. Auch der Konflikt mit dem Arbeitszeitgesetz wird für viele niedergelassene Tierärzte immer mehr zu einem Problem. 47 % der angestellten Tierärzte arbeiten länger, als es das Arbeitszeitgesetz erlaubt. Zur Erinnerung: Legal sind 8h täglich bis maximal 10h täglicher Arbeitszeit, wenn im Durchschnitt in 6 Monaten 8h eingehalten werden. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt laut gesetzlicher Regelung max. 48h. Wobei die Umfrage zeigt, dass sich immer mehr Tierärzte (sowohl niedergelassene als auch angestellte) wünschen, eine 35h- Woche zu haben. Um dem Arbeitszeitgesetz gerecht zu werden, müssten 9 % mehr Tierärzte angestellt werden. Wenn eine 40h-Woche realisiert werden soll, sind es sogar 21% mehr Tierärzte, die notwendig wären.

Das alles sind Faktoren, welche die notdienstliche Abdeckung in Zukunft sowohl finanziell als auch personell erschweren. Wie also kann es trotzdem funktionieren? Dr. Becher ist nicht umsonst Dipl.-Wirtschaftsmedizinerin und zeigte auch Lösungsansätze auf: Als  die vier möglichen Modelle nannte sie eine große Einheit (tierärztliche Praxis mit mehr als 4 angestellten Tierärzten), eine Klinik mit voller Auslastung (über 6 angestellte Tierärzte), eine Notdienstpraxis die nur Nachts und am Wochenende offen hat und beispielsweise sich die Räumlichkeiten etc. mit einer Praxis ohne Notdienst teilt, sowie einen Notdienstring mit mehr als vier teilnehmenden Praxen / Tierärzten. Zu klären ist bei all diesen Modellen wie kompatibel diese mit dem Tierschutz und der Verantwortung der Tierärzte sind, wenn beispielsweise der Rinderpraktiker zu einem Pferdenotfall fahren muss. Finanzieren lässt sich der Notdienst nur, wenn der Kunde der Einzelpraxis alle Kosten der Praxis (inkl. des Notdienstes) trägt. Um das zu realisieren sind bestimmte Umsätze in der Stunde je nach Notdienstmodell (siehe oben) zu erwirtschaften. Die Kollegen duften am Mittwoch diese Stundensätze in einer konkreten Kostenrechnung für mehrere Praxistypen selber ausrechnen. Eine gute Möglichkeit auch für angestellte Tierärzte zu sehen, was für Kosten rund um die Praxis anfallen. Dabei zeigten sich beispielsweise für eine große Einheit mit 5 Tierärzten im Kleintierbereich notwendige Stundensätze von ca. 127€ – 155€ oder bei einem anderen Ansatz 170€ – 200€.

Die Erhöhung der GOT um 12 % ist beschlossen, das kann ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, aber es wird auch notwendig sein, dass sich die Praxen in Zukunft von einem festen Satz der Abrechnung lösen. Beispielsweise sollte zukünftig  auch der Zeitaufwand für Beratungen miteingerechnet werden und entsprechend der Satz für die Behandlungen individuell angepasst werden, was viele Praxen laut Dr. Becher noch nicht tun.

Alle Teilnehmer haben von Dr. Becher noch einen „kleinen Samariter“ erhalten. Dieser steht für mehrere Dinge. Zum einen für den Grund unserer Berufswahl zum Tierarzt: Wir wollen helfen und Tiere heilen. Zum anderen für das Kapital in der Praxis. Die Kunden wollen einen Tierarzt, der sich „reinhängt“ und entsprechendes Engagement zeigt. Aber er ist auch gleichzeitig ein Grund dafür, dass viele Praxen nicht wirtschaftlich rentabel arbeiten. So wurde der kleine Samariter in der Kostenrechnung extra mit berücksichtigt, was jeder Tierarzt bei der Existenzgründung ebenfalls bedenken sollte.

Rundum war diese Fortbildung eine gelungene Veranstaltung der Münchner Tierärztlichen Gesellschaft zu einem sehr wichtigen und gesellschaftspolitischen Thema.

Ein erfolgreiches erstes Jahr – einjähriges Jubiläum des Bund angestellter Tierärzte (BaT ) e.V. !

Am 29. Juni 2016 hat sich der Bund angestellter Tierärzte offiziell gegründet.

Entstanden ist der eingetragene Verein aus der Idee einer Gruppe angestellter Tierärzte aus Hannover, eine Gewerkschaft für angestellte Tierärzte zu gründen. Vorbildfunktion hatte dabei der humanmedizinische Marburger Bund.

Grundidee und Vereinszweck sind es, eine Interessenvertretung aller angestellten Tierärzte in der Bundesrepublik Deutschland zu sein. Als Rechtsform wurde der Verein gewählt, da es auch dieser Rechtsform möglich ist Tarifverträge auszuhandeln; derzeit fehlt nur der Gegenpart von Arbeitgeberseite.

Konkrete Ziele des Bundes angestellter Tierärzte sind bessere Arbeitsbedingungen, eine der akademischen Ausbildung angemessene Bezahlung und eine höhere Wertschätzung der Arbeit angestellter Tierärzte.

Bei der Gründungsveranstaltung wurden zwei der Initiatoren, Dr. Christian Wunderlich (1. Vorsitzender) und Dr. Leonie Wolters (2. Vorsitzende) in den Vorstand gewählt. Dem erweiterten Vorstand gehören die Beisitzer Lilith Steingräber und Dr. Anne Menzel sowie Dr. Nadine Hornen (Finanzenverwaltung) an. Die Satzung wurde verabschiedet und mit viel Elan nahmen der Vorstand und die Gremien (Verwaltung, Finanzen, Sponsoring, Homepage, Öffentlichkeitsarbeit, Kontakte zu Verbänden, Musterarbeitsvertrag) ihre Arbeit auf.

An den Hochschulstandorten besuchen seitdem Multiplikatoren Veranstaltungen und pflegten Kontakte zu Studenten, Doktoranden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und zum Bundesverband der Veterinärmedizinstudierenden in Deutschland e.V., dem bvvd. Über Pressemitteilungen, Artikel, Interviews und die Teilnahme an Podiumsdiskussionen wird der Grad der Bekanntheit unter Kolleginnen und Kollegen und in der Öffentlichkeit erhöht.

Um Vorteile und Synergien für die Mitglieder zu schaffen, wurden verschiedene Kooperationspartner für die Zusammenarbeit gewonnen.

Dazu zählt Dr. Carolin Deiner von Seminare.vet, die schon ganz zu Beginn ein für Mitglieder kostenloses Webinar zu Fragen des Arbeitsrechts initiierte. Dr. Stephanie Steimann, Kollegin und Systemischer Businesscoach bietet für Mitglieder zu vergünstigten Konditionen Hilfestellung bei Fragen rund um Vorstellungsgespräch, Karriereweg, Start im Team, gelungener Kommunikation mit Arbeitgebern und Kunden.

Für Mitglieder prüft die Anwaltskanzlei Althaus – tiermedrecht- zu Sonderkonditionen Arbeitsverträge und steht für eine kostenlose telefonische Erstberatung zur Verfügung.

Die Steuerberatungsgesellschaft VETAX  – Steuern, Betriebswirtschaft, Recht-  erstellt für Mitglieder zum Sondertarif die komplette Steuererklärung und bietet darüber hinaus eine kostenlose Erstberatung zu Steuerthemen.

In der Folge entstand das BaT-Logo, es wurden erste Flyer gedruckt, eine Powerpoint-Präsentation für Infoveranstaltungen erstellt und Kontakte zu Kammern und Verbänden geknüpft.

Auf der Homepage www.bundangestelltertieraerzte.de können sich Interessierte über die Arbeit des BaT informieren. Für Mitglieder steht darüber hinaus ein geschützter interner Bereich mit erweiterten Funktionen (Forum zum Austausch) und Angeboten zur Verfügung.

Aktuell werden vom BaT  Standards erarbeitet, die verbindlich die Arbeitsbedingungen angestellter Tierärzte definieren sollen. Ein längerfristiges Ziel ist es, zum Beispiel bei Arbeitsverhältnissen in Verbindung mit Ketten oder Kooperationen, als Tarifpartner auftreten zu können.

In Zukunft stehen Vertreter des BaT Kolleginnen und Kollegen an einem eigenen Messestand für Fragen und Anregungen persönlich zur Verfügung. Premiere ist beim bpt- Kongress am 20. und 21. Oktober 2017 in München.

Im Juni 2017 konnte Dr. Christian Wunderlich stolz mitteilen, dass die Mitgliederzahl des BaT, die kurz nach der Gründung  bei 35 Tierärzten lag, sich mittlerweile  auf 140 Mitglieder vervierfacht hat – Tendenz steigend.

Nach einem Jahr „BaT“ lautet das Fazit: „Viel geschafft, und gleichzeitig noch viel zu tun“.

Wir bedanken uns bei allen Mitgliedern, dem Vorstand und den Gremien für ihre ehrenamtliche Arbeit, bei den Kooperationspartnern und Sponsoren und allen, die uns im Gründungsjahr mit Rat und Tat unterstützt haben.

Endlich gibt es eine engagierte und unabhängige Interessenvertretung nur für angestellte Tierärzte. Werden Sie Mitglied und unterstützen Sie Ihre Interessen durch unsere Arbeit.